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Donnerstag, 23. Januar 2014

Übungen zum Thema : Blickkontakt!

Blickkontakt ist in der nonverbalen Kommunikation eine der wichtigsten Fähigkeiten überhaupt. Können wir unseren Blickkontakt schulen und verbessern? Jawohl, das können (und werden) wir!

Es fällt vielen Menschen (darunter oftmals sehr schüchterne) schwer, ihren Mitmenschen in die Augen zu schauen. Warum Blickkontakt so wichtig ist, habe ich in meinem vorherigen Post bereits erwähnt. Wenden wir uns nun also verschidenen Übungen zu, die uns dabei helfen können unseren Blickkontakt und damit unsere Aussstrahlung und Kommunikation zu verbessern.


1. Spiegelübung

Wie der Name bereits preisgibt, werden wir hierbei auf die Hilfe eines Spiegels zurückgreifen. Denn wer sich selbst schon nicht in die Augen schauen kann, dem wird es sehr schwer fallen, seinen Gesprächspartner klar und direkt anzuschauen. Stelle dich einfach in verschiedenen Abständen (am Anfang vielleicht ein wenig näher) vor den Spiegel und fixiere eines (!) deiner Augen. Ob du links oder rechts wählst spielt keine Rolle und entspricht einfach nur deiner eigenen Präferenz. Der Abstand sollte hierbei (anfangs) so gewählt sein, dass du deine Pupille noch klar erkennen kannst. Warum nur ein Auge? Ganz einfach : wenn wir üben, einen bestimmten Punkt zu fixieren, wird unser Blick automatisch fester und klarer. Wenn wir erst einmal die Scheu vor dem Augenkontakt verloren haben, können wir hiermit die Intensität während einer Unterhaltung sehr flexibel steuern. Nach einer Weile werden eventuell Schlieren oder sogar Muster vor deinen Augen erscheinen. Dunkelheit und Schwärze sind auch ganz normal - keine Sorge, durch ein wenig Blinzeln lässt sich die gewohnte Sicht mit leichtigkeit wieder herstellen.

Am Anfang war der Spiegel...

Wechsle zwischendurch das Auge und versuche dann ebenfalls, so lange wie möglich Blickkontakt mit dir selbst zu halten. Vielleicht werden dir früher oder später Dinge an deinem Auge auffallen, die du davor noch nie bemerkt hast. Eine Übungsdauer von 2-10 Minuten reicht vollkommen aus, es sollte zu Beginn jedoch täglich geübt werden.


2. Fotos / Bilder

Wenn wir es geschafft haben, uns ein paar Minuten lang selbst offen anzuschauen, kann es immer noch sein, dass dir der Blickkontakt mit fremden Menschen schwerfällt. Um deine Fähigkeiten also weiter auszubauen kannst du auf die Hilfe von Fotos und Bildern zurückgreifen. Einfach ein Bild suchen, bei dem man direkt die Augen erkennen kann und dann den Blick so fixieren, wie du es zuvor am Spiegel geübt hast. Ein paar Minuten pro Tag reichen. Wähle ein freundliches Bild und arbeite dich dann langsam hoch zu intensiveren Blickkontakten...


Leicht anfangen und sich dann zu intensiveren Bildern vorarbeiten!


Die gleiche Übung lässt sich natürlich auch mit Filmszenen austesten, je intensiver der Blickkontakt des Schauspielers in Richtung Kamera desto besser!


3. Durch die Augen lächeln

Nun, da du die Grundlagen für dich selbst beherrschst und deine "Blickstärke" langsam ausbaust wird es Zeit, an deinen Mitmenschen weiterzuüben! Nutze jede Gelegenheit, um einen kurzen Blickkontakt zu jemand anderem aufzubauen. Der Clou hierbei ist : versuche, ohne deinen Mund zu bewegen, durch deine Augen ein Lächeln zu übertragen. Dein Blick wird hierbei automatisch sanfter und weniger intensiv (der ideale Ausgleich zum intensiven Blick, den du im Spiegel geübt hast) und erlaubt dir, mit deinen Augen effektiver zu kommunizieren. Wie immer gilt : selbst ausprobieren!


Mit den Augen lächeln! :-)



Blickkontakt ist nicht schwer, wenn man einmal den richtigen Dreh raus hat. Es wird dir sehr bald leicht fallen, deine Augen effektiv einzusetzen und deine Ausstrahlung dadurch zu verbessern.

Gibt es eine Faustregel für den Blickkontakt im direkten Gespräch? Ja, es kommt zwar auf das Gespräch an aber wir sollten so lange wir nicht bei einem romantische Candle Light Dinner sitzen ab und zu auch woanders hinschauen, um dem Gespräch ein wenig Intensität zu nehmen. Wer dauerhaft angestarrt wird, fühlt sich schnell unwohl. Vor allem bei Schüchternen Gesprächspartnern sollte man (trotz neu erworbener Fähigkeiten! ;-)) Rücksicht nehmen und den Blickkontakt sanfter gestalten, nicht direkt in die Augen schauen (Stirn / Augen / Nase bieten sich hierfür perfekt an) oder den Blickkontakt öfter kurz unterbrechen.


Um den Blick aufzuweichen empfiehlt es sich, einen größeren Bereich anzuschauen anstatt direkt in die Augen zu blicken

Das war es erstmal mit Übungen für den Blickkontakt, ich wünsche dir viel Erfolg beim Üben und ausprobieren!

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Warum ist Blickkontakt eigentlich so wichtig?

"Die Augen sind das Fenster zur Seele", eine der grundlegendsten Fähigkeiten der Körpersprache ist die Kunst, den eigenen Blick gezielt einzusetzen. Es gibt viele Gründe, warum Blickkontakt für uns Menschen so wichtig ist.


1.) Blickkontakt schafft Vertrauen


Wir vertrauen Personen, die uns direkt in die Augen schauen können mehr als jemandem der scheu unserem Blick ausweicht. Dieses Verhalten lässt sich sehr gut bei Kindern beobachten, die etwas ausgefressen haben. Es wird jeder Trick genutzt, um den Blickkontakt zu vermeiden. Die Kleinen verstecken sich hinter Gegenständen, ziehen die Mütze über die Augen oder schauen betreten zu Boden. Als Erwachsener haben wir immer noch den selben Instinkt unseren Blick zu verstecken, wir sind jedoch an gesellschaftliche Regeln gebunden und verfeinern unsere Signale dementsprechend. Wir können uns schlecht hinter einer Zeitung verstecken, während wir unseren Chef anlügen. Daher benutzen wir raffiniertere Gesten wie z.B. streichen über die Stirn, kratzen an der Augenbraue etc. um unseren Blick teilweise zu verdecken.

Kinder verstecken beim Lügen gerne ihre Augen oder schauen betreten zu Boden! :-)


Es ist für uns also wichtig, unserem Gegenüber ungehindert in die Augen schauen zu können, damit wir Vertrauen zu ihm aufbauen können. Wer den ehrlichen Augenkontakt vermeidet, erzeugt in seinem Gesprächspartner stets ein ungutes Gefühl.



2.) Die Augen verraten viel über unsere Emotionen


Haben Sie sich jemals gefragt, warum so viele Pokerspieler Sonnenbrillen tragen? Die Antwort ist ganz einfach : unsere Pupillen passen sich nicht nur der Helligkeit an, sie verraten auch ob wir uns freuen! Unsere Pupillen können sich bei Freude um das 4-Fache erweitern ; und bei Wut wiederum verengen. Kein Poker-Profi auf der Welt möchte, dass sein Gegenspieler (unbewusst) in den Augen erkennt, dass er ein Full-House hat!

Pokerspieler wissen, dass die Augen zu viel verraten können! Auch in China nutzten Edelsteinhändler die Reaktion der Augen auf Freude, um den besten Preis bestimmen zu können

Weil wir diese Reaktion nicht bewusst steuern können, müssen wir uns Hilfsmitteln wie einer Sonnenbrille bedienen, um unseren Blick und damit auch unsere Gefühle zu verbergen.



3.) Wir reagieren auf die Augen anderer Menschen


Unsere Pupillen erweitern sich übrigens ebenfalls bei Erregung. Deshalb sind romantische Candle-Light-Dinner so beliebt, denn unsere Augen reagieren auf das dämmrige Licht und schaffen so eine intime Atmosphäre zwischen zwei Menschen. Unser Körper reagiert auf die erweiterten Pupillen des Partners, da wir unbewusst daraus schließen, dass wir attraktiv gefunden werden und im Gegenzug erweitern sich unsere eigenen Pupillen...

Der Blick wird seit jeher zur Verführung eingesetzt...

Frauen wussten die Macht der erweiterten Pupillen schon früher zu nutzen und träufelten sich als Prostituierte im Mittelalter Belladonna-Saft (Belladonna steht übrigens für ital. ‚schöne Frau') in die Augen, um die Pupillen künstlich zu erweitern und so attraktiver zu erscheinen. Auch in der Werbung werden wir heute kaum noch eine Anzeige sehen, in der die Pupillen durch Photoshopping nicht künstlich erweitert wurden um das Produkt für uns als Käufer attraktiver zu gestalten.


Zu guter Letzt reagieren unsere Pupillen schon als Baby auf die Anwesenheit eines anderen Menschen mit einer Vergrößerung, um ungefährlich zu wirken und den Beschützerinstinkt zu wecken. Dies ist eine natürliche Schutzreaktion da ein Baby schutzlos ist und somit keine andere Möglichkeit hat, sich vor Angriffen zu schützen. Wir reagieren also auf vielfältige Art und Weise auf die Augen eines anderen Menschen und das in ganz unterschiedlichen Situationen.


Babies sind wahre Meister darin uns mit einem einzigen Blick zu erweichen



4.) Blickkontakt zeigt Selbstvertrauen

Wer seinem Gegenüber offen, ehrlich und mutig in die Augen schauen kann, zeigt Selbstvertrauen und Selbstsicherheit. Wir sind eher gewillt, jemandem mit einem starken und selbstbewussten Blick zu folgen als jemandem, der schüchtern und betreten wegschaut. Unser Blick wirkt dabei wie eine direkte Verbindungslinie zu anderen Menschen. Wir stellen auch auf andere Weise Kontakt her, z.B. durch einen Händedruck oder andere nonverbale Signale aber im Gegensatz dazu bleibt der Blickkontakt auch im weiteren Verlauf eines Gesprächs dauerhaft bestehen. Es ist daher immens wichtig, dass wir uns der Wirkung unseres Blickes auf unseren Gesprächspartner bewusst sind. 


Blickkontakt bedeutet, eine Verbindung herzustellen!

Wer also die Stelle als Manager haben will oder sein Publikum bei einer Rede begeistern möchte der sollte unbedingt dazu in der Lage sein, offen und direkt Kontakt über die Augen herzustellen!

Im nächsten Artikel werde ich Techniken und Übungen präsentieren, die einem dabei helfen werden den eigenen Blickkontakt zu verbessern und gezielt einzusetzen!

M.